Die ereignisreiche Chronik einer Sangesgemeinschaft   Der Bottwartäler Winzerchor kann auf 175 Jahre Bestehen zurückblicken. Wann der Verein eigentlich gegründet wurde, lässt sich heute mit Sicherheit nicht mehr genau feststellen da hierüber keine schriftlichen Unterlagen vorhanden sind. Bestimmt ist der Verein ein gutes Dutzend Jahre älter als heute angenommen wird. Das älteste Wahrzeichen ist die alte Standarte mit der Aufschrift "Liederkranz von Großbottwar 1839“. Es durfte also davon ausgegangen werden, dass in Großbottwar schon viel früher gesungen wurde, ehe sich der Verein entschloss, als äußeres Zeichen eine Standarte anfertigen zu lassen, was damals schon recht teuer gewesen sein dürfte. Die These wird dadurch noch erhärtet, dass nach dem Vorliegen der ersten schriftlichen Aufzeichnungen aus dem Jahre 1856 nirgends mehr die Rede von der Anschaffung einer Vereinsfahne ist, mit Ausnahme des Datums 1. Mai 1908 als unter Beteiligung von 30 Gesangvereinen die neue Fahne geweiht wurde. Dass auch damals Krisen den Verein erschütterten geht aus der ersten schriftlichen Aufzeichnung hervor, als sich aus Anlass des 100sten Geburtstag Mozarts die Bürger versammelten und dem „eingeschlafenen“ Liederkranz wieder neues Leben gaben. 1866 haben 31 Bürger ihren Beitritt zum Verein erklärt. Die Singstunden fanden zweimal wöchentlich, dienstags und freitags im Saal des Gasthauses „Rose“ statt. 1889 wird als zweiter Verein der „ Bürgergesangverein „ gegründet. Im Volksmund wurde der Liederkranz der „Fräcklesverein“ und der Bürgergesangverein der „Wämmeslesverein“ tituliert 1893 erfolgte ein Ausflug mit zwei Fuhrwerken nach Monrepos. 1894 beteiligte man sich bei der Einweihung der Eisenbahn, abends gab es dann Freibier im Gasthaus Hirsch in Großbottwar.  Im Jahre 1900 vereinigen sich beide Vereine unter dem Namen „Bürger-Liederkranz“. In den folgenden Jahren herrscht reges Leben im Verein. Es werden Ausflüge unternommen, an Gesangsfesten teilgenommen, Waldfeste organisiert und bei Hochzeiten gesungen.  Durch den Ausbruch des ersten Weltkrieges 1914 fällt das geplante 75jährige Jubiläum aus.  39 Sänger und 21 passive Mitglieder waren im Krieg, 7 Sänger sind gefallen. Ende 1918 sammeln sich die Sänger wieder. Der Verein erhält ein Klavier. 1923 wird Schillers "Lied von der Glocke" unter Mitwirkung von Stuttgarter Solisten mit einem Chor von neunzig Sängerinnen und Sängern in der Kirche aufgeführt, in der Weihnachtszeit folgte das Oratorium „Josua“, wobei Mitglieder der Musikhochschule Stuttgart das Orchester stellten. Da um diese Zeit Inflation herrschte, mussten die Noten durch sammeln von „Naturalien“ beschafft werden, die Eintrittsgelder wurden mit Milliarden- und Millionenscheinen bezahlt.  Am 4. Juni 1939 beteiligten sich 30 Vereine am 100jährigen Vereinsbestehen das mit einem großen Fest begangen wurde an das sich viele Großbottwarer noch heute erinnern.  Nach dem letzten Krieg erwachte der Verein zu neuem Leben. Ein Frauenchor wurde gegründet und später dem Männerchor angeschlossen, so dass es heute ein gemischter Chor ist. 1961 wurde dem Verein für seine Verdienste um den Chorgesang vom damaligen Bundespräsidenten Heinrich Lübke die Zelterplakette des deutschen Sängerbundes verliehen.  Idealismus, Eifer und Aktivität, sowie die Gemeinschaft aller Sängerinnen und Sänger, hervorragende Chorleiter und eine zielstrebige Vereinsleitung sind bemüht den Chorgesang auch in der heutigen Zeit attraktiv zu gestalten und für den Zuhörer zu einem Erlebnis werden zu lassen.